AOBBME

A.O.B.B.M.E. History

1. Phase: 1987

In den Jahren 1987 bis 1994 gilt AOBBME als Ort der Definierung von Systemen. Damit sind die Systeme der eigenen Existenz gemeint, wie auch Systeme gesellschaftlicher und kultureller Umgebungen. Der Bogen der Definitionszusammenhänge schlägt in eine ontologische Architektur über. Diese Architektur entwirft Yana Milev in einer Symbolwelt aus Kreis und Oktogon. Über Geometrie und Mathematik bis hin zu Anthropologie, Poetry und Performance definiert Yana Milev diesen Mikrotopos© ihres In-der-Welt-Seins. Sie bezeichnet in dieser Zeit AOBBME als Identitätsmobil mit einer internen Landschaft und externen Aura. Wobei die interne Landschaft ein Orientierungssystem in dem sich endlos verzweigenden Existenzmysterium präsentiert. Extern ist AOBBME nicht lesbar und einsehbar.

2. Phase: 1994

Seit 1994 geht Yana Milev mit AOBBME in die Öffentlichkeit. Diesen Schritt signalisiert sie mit einem Brand auf ihren Rücken: aobbme©. Damit markiert sie ihren eigenen Leib als ultimatives Produkt von AOBBME und begründet somit das aobbme©-Logo. Gleichzeitig erklärt sie das bisherige AOBBME-Labor zum „Institut für Angewandte Raumforschung“. Sie bringt das A.O.B.B.M.E.© – Microtopic Enterprise in die Welt, eine Art Forschungsinstitut der Lebenswissenschaften.

Die Differenzierung von AOBBME in Versalien und in Kleinbuchstaben kündigt erste Tendenzen eines freien Unternehmens an. Das Unternehmen definiert sich von da an als Label mit einer Unternehmensphilosophie (Versalien) und als Logo für die Produktionskette von AOBBME (Kleinbuchstaben). Dabei handelt es sich vornehmlich um eine künstlerische Produktion.

3. Phase: 1997

1997 eröffnet AOBBME als „Institut für Angewandte Raumforschung“ das Programm urban research/urban intervention. In dem auf der Internationalen Biennale für Film und Architektur in Graz vorgetragenen Entwurf präsentiert Yana Milev die Theorie und Visuals zu dem von ihr begründeten Programm der De-Urbanisierung©. Diese vielschichtige Theorie stützt sich auf Begriffe des Defekts und der Krise, die sie als Trigger-Points von Raumproduktion schlechthin definiert. Als strange attractors der De-Urbanisierung© im Mainstream der Urbanisierung. Es entsteht eine Enzyklopädie an Begriffs- und Archivarbeit, sowie kulturtheoretischer Recherchen nach Herkunft und Konsequenzen von „Urbs, Civilis, Humanus“, mit denen sie schließlich ihre Projektionsforen© speist.

Projektionsforum© heißt der Apparat, den Yana Milev ab 1997 in Schwung bringt. Ob es sich dabei um rotierende Maschinen handelt, Pinboards oder ihre Multimedia-Lecture-Shows, ist einerlei. Das Statement lautet: AOBBME ist ein nichtlokalisierbarer Defekt im Getriebe der Urbanisierungsmaschine. Als ein solcher ist weder AOBBME, noch Yana Milev als Urheberin des Programms, zu stoppen. Ebenfalls 1997 entsteht für Yana Milev mitsamt AOBBME, Defekt und Projektionsforum, ein Podium auf der Dokumenta X in Kassel.

4. Phase: 2000

Nach einer 2 –jährigen Japan-Klausur, die sie mit A.O.B.B.M.E.© dort als „Nippon Base Training“ absolvierte, kam Yana Milev 2000 mit dem Begriff der Resonanzarchitektur© zurück. Unerwartet begegnet ihr in der Lehre und in den Trainingspraktiken des Budo ein Schlüssel zur Erschließung ihrer jahrelangen Definitions- und Modellbildung über Leib und Raum. In dieser Bewegung trägt sich die Realisation von AOBBME als eine fundamentale Wendung, die automatisch Yana Milevs Verhältnis zu urbaner Kunst, urbaner Architektur und urbaner Ästhetik radikal und im angewandten Sinn ändert. Sie entdeckt in der Disziplin und in den Katas (Bewegungsabläufe) des Budo ein komplementäres Programm, das die Wahrnehmung in ihre Umgebung neu einbettet. Das Resultat war eine völlig neue Sicht auf eine untrennbare Raum-Körper-Allianz, die den Begriff der Resonanzarchitektur© mit sich bringt. Ebenfall 2000 beginnt Yana Milev als Hochschuldozentin tätig zu werden. Sie entwickelt das ResonanzTraining©, eine kinästhetische Methode als Trainingsmodell, sowie das ARCUS-Projekt© als interdisziplinäres Forschungsprojekt der ästhetischen Grundlagenforschung.

5. Phase: 2003

Mit der Trennung von der Galerie EIGEN+ART Leipzig/Berlin, welche Yana Milevs künstlerische Arbeit über 10 Jahre lang international vertreten hat, kam die Forderung für eine neue Grundausrichtung der künstlerischen, theoretischen und kulturellen Arbeit auf den Plan.

Ihr bis dahin kompaktes Programm AOBBME wurde systematische in 4 verschiedene Arbeitsfelder differenziert: Forschung und Entwicklung, Vermittlung, Kunst und Public Affairs. Mit dieser Neuorientierung kam die Notwendigkeit eines kommerzialisierten Verwaltungs- und Planungsbüros.

Es folgte die Begründung von BAR© (Büro für Angewandte Raumforschung) und die Begründung von IAR© (Institut für Angewandte Raumforschung) als Think Tank und Matrix der Archiv- und Entwurfsarbeit. Die Evolution in dieser Entwicklungsphase kann als eine Öffnung, Publizierung und Kommerzialisierung der essentiellen Aspekte des Gesamtsystems AOBBME in A.O.B.B.M.E._LOGO, A.O.B.B.M.E._LABEL; A.O.B.B.M.E._IAR und A.O.B.B.M.E._BAR verstanden werden.

Seit 2004 arbeitet A.O.B.B.M.E.-IAR/BAR® als Verwaltungs-, Planungs- und Projektbüro mit Team und Partnern am Basisstandort Berlin. Strategisch funktioniert AOBBME in mobiler Form als ortsunabhängiges Raumlabor, das an Kooperationspartner andockt und temporär Station macht.

6. Phase: 2005

Mit dem Umzug nach Zürich und der Einrichtung des zweiten Standortes von AOBBME in der Schweiz generiert Yana Milev das Projekt Emergency Design®. Die Entwicklung des Projekts Emergency Design® vollzieht sich am Institut für Designforschung (Design2context) der hgkz, Zürich im Gesamtrahmen des PRP ED (Postgraduate Research Panel Emergency Design). Dieses Panel integriert wiederum mehrere Projekte und Aktivitäten, die der Forschung und Entwicklung, der Weiterbildung, dem Transfer in Wirtschaft und Marketing, der Publizistik und Öffentlichkeitsarbeit zugeordnet werden. Insgesamt korrespondiert der Prozess mit der Entstehung von Yana Milevs Doktorarbeit bei Prof. Dr. Peter Sloterdijk und A.O.B.B.M.E.–IAR/BAR® in Berlin. Die seit 2000 definierten Manifestationen, wie die Theorie der ResonanzArchitektur© oder die Methode des ResonanzTrainings©, sind Grundlagen in der Entwicklung und Profilierung von Emergency Design® als „krisenbasiertes Management Design“.